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Friedenspfad - Ein Stadtrundgang zu Denkmalen und Orten des Gedenkens in Lüneburg

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Idee der Friedensstiftung

  • Das Projekt Friedenspfad ist eine Idee der Friedensstiftung Günter Manzke, die 50 Jahre nach Ende des 2.Weltkrieges 1995 in Lüneburg gegründet wurde. Sie engagiert sich in der Region Lüneburg und unterstützt Projekte, die sich im sozialen, kulturellen und politischen Bereich für die Förderung von Frieden einsetzen.

    Die Idee zum Projekt Friedenspfad erwuchs in Blick auf das Gedenkjahr 2014: „100 Jahre Beginn des 1. Weltkrieges und 75 Jahre Beginn des 2. Weltkrieges“. Unsere Intention haben wir im Faltblatt zum Stadtrundgang so formuliert: „Verschiedene Institutionen, Vereine und Einzelpersonen gedenken oft exklusiv jeweils bestimmter historischer Ereignisse und ihrer Opfer. Diese gespaltene Erinnerung ist einst in gegnerischen Gruppen entstanden. Wir möchten diesen Zustand überwinden und zu Toleranz, gegenseitigem Verständnis und gesellschaftlicher Integration beitragen. Wir beanspruchen unsererseits nicht die Deutungshoheit über die Geschichte Lüneburgs. Sie hat viele Aspekte, die einander widerstreiten und dennoch miteinander bestehen können.“

    Zwei Historiker aus Lüneburg – Prof. Dr. Werner H. Preuß von der Leuphana-Universität und Dr. Michael Ebert vom Gymnasium Wilhelm Raabe Schule – haben sich im Rahmen des Projekts Friedenspfad mit Studierenden und Schülerinnen und Schülern mehrere Semester mit Fragen der Erinnerungskultur befasst. Heute können interessierte Lüneburger und Touristen den Informationstafeln auf dem Friedenspfad folgen und dabei die Geschichte sowohl der Stadt Lüneburg und ihrer Bürger, als auch ihre Rolle als Schauplatz der deutschen und europäischen Geschichte erschließen. Das dazugehörige Faltblatt ist in der Tourist-Information am Rathaus erhältlich. Seit Januar 2014 gibt es eine Smartphone-App für Android und iOS. Damit kann der Nutzer mobil auf dem Friedenspfad navigieren und sich jederzeit über alle oder ausgewählte Denkmale detaillierter informieren.

    Professor Werner Preuß hatte 2010 das Buch „Lüneburger Denkmale, Brunnen und Skulpturen – Kunst im öffentlichen Raum“ (Husum Verlag) herausgegeben. Es bot eine gute Grundlage für das Projekt Friedenspfad. Nun ging es darum, weitere Orte und Objekte des Gedenkens in der Innenstadt – Gebäude, Stolpersteine u.a. – in die Betrachtung mit einzubeziehen und die geschichtlichen Hintergründe zu recherchieren.

    Die Projektgruppe der Stiftung war mit der Hansestadt Lüneburg der Meinung, dass Denkmäler nicht aus dem öffentlichen Raum entfernt, sondern historisch eingeordnet und erklärt werden sollten, dass sie Orte der Erinnerung an Krieg und Gewaltherrschaft bleiben und so einen Beitrag zur Friedenserziehung leisten können.

    Das Projekt wurde im Benehmen mit der Hansestadt Lüneburg, dem Kulturausschuss und dem Fachbereich Kultur der Stadt entwickelt. Wir bedanken uns bei allen aus Lüneburg und über die Stadtgrenzen hinaus, die das Projekt begleitet haben und Anregungen gegeben haben. Der Dialog ist und bleibt uns wichtig. Denn der Friedenspfad ist ein lebendiges Vorhaben, das immer weiter vervollständigt werden kann.

    Dass auch Studierende und Schüler Forschungsbeiträge leisten, ist ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens – sie haben sich vielfach mit großem Einsatz um das Projekt gekümmert.
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    • Vierundzwanzig Orte der Erinnerung im Stadtgebiet wurden für den Friedenspfad als Stadtrundgang ausgewählt, die ganz unterschiedliche Aspekte der Lüneburger Geschichte repräsentieren. Das Zeitfenster reicht vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Das Jahr 1371 verweist u.a. auf die Befreiung der Bürger von der Bevormundung durch den Landesherrn. Sie öffnete den Weg zur Teilnahme an der Städtehanse.

      Die meisten Stationen des Friedenspfades erinnern an Kriege. Lüneburg war Garnisonsstadt, von hier zogen Soldaten in den Krieg. Denkmäler erinnern u.a. an die sog. Befreiungskriege 1813 gegen die napoleonische Besatzung, an den deutsch-französischen Krieg 1870/71, etwas versteckter an die Niederschlagung des Herero-Aufstandes in Deutsch-Südwest-Afrika 1904/1905, die in einen Völkermord mündete, und besonders an den 1. und 2. Weltkrieg. An die Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus und an den 2. Weltkrieg erinnern allein 19 von 24 Stationen. Denn dieser Teil der deutschen Geschichte nimmt einen besonderen Platz in der Erinnerungskultur ein: Wir wollen die Verfolgung und Ermordung von Millionen Juden, Sinti und Roma und Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankung nicht vergessen, auch nicht den 2. Weltkrieg, der besonders an der Ostfront mit vielen Kriegsverbrechen verbunden war und mehr als 55 Millionen Menschen das Leben gekostet hat. An die Millionen erbarmungslos Verfolgter und Ermordeter reihen sich im endlosen Zug der Opfer die Kriegstoten und Geschändeten, die Zwangsarbeiter und Gefangenen, die Heerscharen der Flüchtlinge und Vertriebenen aus allen Teilen Europas, deren erste die Emigranten des Jahres 1933 waren, die Bombenopfer, die an Seuchen, Hunger und Kälte Gestorbenen, besonders die kleinen Kinder und alten Menschen, die Traumatisierten und Krüppel, die zum Kriegsdienst und der damit verbundenen Blutschuld Gezwungenen, die zum Mitmachen Erpressten, die um ihr Leben gebrachten oder um ihre Jugend betrogenen Soldaten und Zivilisten aller Nationen.

      Für den Weg entlang der Denkmale und Gedenkorte wurde ein Faltblatt konzipiert, die Stationen mit Tafeln und knappen Erläuterungen versehen, schließlich Hintergrundinformationen zu jedem Ort erarbeitet, die über das Internet bzw. QR-Codes auf den Tafeln abrufbar sind. Schülerinnen, Schüler und Studierende haben Texte erstellt, von denen einige an dieser Stelle veröffentlicht werden.

      Unser Blick ging über die Grenzen Lüneburgs hinaus. Vom 20.–21. Juni 2013 besuchte eine Gruppe von Schülern der Wilhelm-Raabe-Schule und Studierenden der Leuphana Universität die Gedenkstätte des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück (Fürstenberg/Havel), um dort verschiedene Formen von Erinnerung und Gedenken kennenzulernen. Der dortige zweigeschossige Zellentrakt, in dem auch Attentäter des 20. Juli 1944 sowie deren Familien interniert waren, dient heute den Verbänden ehemaliger Häftlinge mehrerer europäischer Staaten als zentrale Erinnerungsstätte – jeder Staat verfügt über einen (ehemaligen Zellen-) Raum. Über die Ausgestaltung der Gedenkräume entscheiden die Verbände selbst, so dass eine Vielzahl an Perspektiven und Darstellungsweisen von Gedenken sichtbar wird. Diese wurden von gemischten studentisch-schulischen Kleingruppen analysiert und präsentiert.

      Das Abendprogramm gestaltete Prof. Dr. W. Preuß: Anhand des Films „Die Degenhardts“ (mit Heinrich George) – 1944 unter anderem auch in Lüneburg gedreht – wurde den Teilnehmern der Fahrt deutlich, wie subtil filmische Propaganda totalitärer Systeme angelegt sein kann.

      Ende August 2013 besichtigte der „Seminarfachkurs Friedenspfad“ der Wilhelm-Raabe-Schule auch das Kieler Marine-Ehrenmal in Laboe. Das Ehrenmal war über einen längeren Zeitraum in seiner Gestaltung umstritten und wurde über Kiels Grenzen hinaus kontrovers diskutiert. Es zeigt heute anschaulich, wie ein Denkmal, das ursprünglich Gedenken als unkritische Glorifizierung begriff, sich durch eine sachlich fundierte Auseinandersetzung mit der Geschichte zu einem angemessen und aufschlussreich kommentierenden Ort der Erinnerung wandeln kann.

      Denk-, Mahn- und Ehrenmale haben seit ihrer Enthüllung einen weiten Weg zurückgelegt. Uns heutigen Bürgern eines friedlichen, freien und vereinten Europa erzählen sie vom kriegerischen und nationalistischen Geist ihrer Zeit.

      Unsere Hoffnung ist, dass das Abschreiten des Friedenspfades zum Nachdenken über Gewaltherrschaft und Krieg führt und zum Engagement für den Frieden. Und auch zu einem lebhaften Austausch über Forschungsergebnisse und Deutungen.



      Für die ‚Projektgruppe Friedenspfad‘:

      Dr. Michael Ebert
      Dr. Werner H. Preuß
      Folker Thamm
 
 
 
 
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